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Die Ärztin hört der grauhaarigen Patientin mit Brille aufmerksam zu

Tipps zur Pflege bei Harninkontinenz

Wenn Sie einen Menschen pflegen, der unter Harninkontinenz leidet, kann sich dies zu einem recht heiklen Thema entwickeln. Viele ältere Leute tun sich beim Umgang mit ihrer Inkontinenz etwas schwer. Häufig werden kleine „Unfälle“ als sehr peinlich, nicht selten auch als regelrecht beschämend empfunden. Wie können nun Sie den betroffenen Menschen dabei helfen, es einmal mit Harninkontinenzprodukten wie Einlagen oder Höschen zu versuchen? Hier ein paar Tipps, die Ihnen den Umgang mit Harninkontinenz etwas erleichtern sollen.

1. Sprechen Sie nicht von „Windeln“.

Hand aufs Herz: Kennen Sie auch nur einen einzigen Erwachsenen, der „Windeln“ tragen möchte? Windeln sind etwas für Säuglinge und Kleinkinder, die noch nicht allein aufs Töpfchen gehen können. Jeder Erwachsene würde sich beschämt fühlen, wenn er das Gefühl bekäme, wie ein Kleinkind behandelt, womöglich noch wie ein Säugling gewickelt zu werden. Dabei gibt es eine viel bessere Möglichkeit Harninkontinenzprodukte beim Namen zu nennen: Probieren Sie es mit „Einlage“, „Unterwäsche“ oder auch „Höschen“. Eine einfache Änderung der Benennung kann Ihren Lieben zeigen, dass sie nach wie vor mit Respekt und als selbstbewusste Erwachsene behandelt werden.

2. Machen Sie sich schlau.

Wenn Sie über das Inkontinenzproblem Ihrer Lieben gut Bescheid wissen, ist das die halbe Miete, wenn es um die richtige Inkontinenzpflege geht. Außerdem können Sie sich besser in die betroffene Person hineinversetzen. Hier ein kurzer Überblick über die unterschiedlichen Harninkontinenzformen.

Belastungsinkontinenz ist gewöhnlich die Folge eines geschwächten Beckenbodens. Solche Schwächungen können durch Faktoren, wie Geburten, Übergewicht ausgelöst oder begünstigt werden. Diese Schwächungen führen meist dazu, dass sich kleine Tröpfchen aus der Blase schleichen, wenn bei täglichen Dingen wie Husten, Niesen, Lachen oder Sport etwas Druck auf die Blase ausgeübt wird. Belastungsinkontinenz bekommt man am besten mit Übungen in den Griff, die den Beckenboden kräftigen. Solche Übungen nennt man auch Kegelübungen. Sie sollten etwas Zeit bei den Übungen für Ihre Lieben einplanen.

Dranginkontinenz, auch überaktive Blase oder Reizblase genannt, nennt man plötzlich und häufig auftretenden starken Harndrang, zu dem es auch kommt, wenn die Blase leer ist. Manchmal schaffen es Ihre Lieben dann noch bis zur Toilette, manchmal aber auch nicht. Zu einer überaktiven Blase kommt es häufig durch Muskel- oder Nervenschädigungen im Blasengewebe, wie es manchmal nach Operationen im Beckenbereich oder bei neurologischen Erkrankungen vorkommen kann. Dranginkontinenz bekommt man gewöhnlich mit einer blasenfreundlichen Ernährung in den Griff. Das bedeutet, auf Lebensmittel zu verzichten, mit denen unsere Blase nicht so gut zurechtkommt. Dazu zählen Alkohol, Koffein, kohlensäurehaltige Getränke und Zitrusfrüchte.

Überlaufinkontinenz, die übrigens häufiger bei Männern als bei Frauen auftritt, tritt ein, wenn sich die Blase nicht vollständig entleeren kann. Aufgrund von Blockaden oder Muskelschwächen kann Urin aus der Blase austreten, obwohl der Betroffene keinen Harndrang verspürt. Überlaufinkontinenz lässt sich am besten durch das tägliche Legen eines Katheters in den Griff bekommen, welcher den Druck aus der Blase nimmt.

Bei vielen Frauen tritt eine Mischung zweier unterschiedlicher Inkontinenzformen auf. Dies nennt man auch Mischinkontinenz.

3. Lassen Sie Ihre Lieben mit einem Arzt oder Freunden sprechen.

Haben Sie Ihre Schwierigkeiten damit, Ihre Lieben zum Tragen eines Inkontinenzschutzes zu überzeugen? Oder zählt dies vielleicht zu den Themen, die nie auf den Tisch kommen? Blasenschwäche selbst wird schon als sehr peinlich empfunden, ein Gespräch darüber oft genauso – insbesondere, wenn ältere Menschen mit ihren eigenen Kindern darüber reden sollen.

Aus solchen Gründen ist es oft empfehlenswert, Harninkontinenzfragen mit jemandem außerhalb der Familie zu klären, vielleicht mit einem alten Freund oder einem Arzt. Ein alter Freund kennt sich mit den Herausforderungen des Alterns bestens aus und kann daher vermutlich eher einen „Draht“ zu Ihren Lieben knüpfen. Er oder sie hat vielleicht auch den einen oder anderen Rat aus eigener Erfahrung. Dabei ist es immer wichtig zu wissen, dass Harninkontinenz ein sehr häufiger Zustand ist, auch wenn gewöhnlich nicht darüber gesprochen wird. Im Durchschnitt bekommt etwa jede dritte Frau ab 35 mit der einen oder anderen Form der Harninkontinenz zu tun. In vielen Fällen stellt sich bei Betroffenen wieder erheblich mehr Zuversicht ein, wenn ihnen ein Arzt erläutert, dass ihr „Problem“ ein äußerst Häufiges ist und andere Patienten ihrer Generation mit genau denselben Inkontinenzproblemen zu kämpfen haben.

4. Timing ist alles.

Erstellen Sie sich einen kleinen Zeitplan zum Wechseln von Inkontinenzprodukten. Lassen Sie sich von Ihrem Smartphone erinnern, wenn es an der Zeit ist. Auf diese Weise können Sie leicht unnötige Zusatzwaschladungen vermeiden. Planen Sie auch noch ein wenig mehr Zeit zum Waschen oder Baden Ihrer Lieben ein, falls etwas Reinigung nach dem Wasserlassen oder Stuhlgang erforderlich sein sollte.

5. Gut geplant ist halb gewonnen.

Wenn Sie sich um jemanden kümmern, der unter einem Inkontinenzproblem leidet, kann sich schon ein Ausflug nach draußen wie eine Monumentalaufgabe anfühlen. Insbesondere die Vorstellung, Inkontinenzpflege in einer öffentlichen Toilette praktizieren zu müssen, kann besonders ernüchternd wirken. Aber mit ein bisschen Planung, werden kleine Ausflüge nur noch halb so schwer. Packen Sie eine Tasche mit den nötigen Utensilien zusammen. Dabei sollten Binden, Wischtücher, Inkontinenzunterwäsche, Handschuhe und Wechselkleidung nicht fehlen. Vielleicht drucken Sie sich auch ein laminiertes Schildchen zum Aufhängen an der Toilettentür aus, das andere Toilettennutzer um etwas Geduld und Verständnis bittet. Vielleicht so etwas wie: „Bitte ein klein wenig Geduld – im Alter braucht eben vieles seine Zeit.“

6. Achten Sie auf die passenden Größen.

Ein sehr wichtiger Aspekt der Inkontinenzpflege ist die Auswahl des richtigen Inkontinenzproduktes. Unterschiedliche Inkontinenzgrade verlangen natürlich auch nach unterschiedlichem Schutz. Suchen Sie sich die richtigen Always Discreet-Produkte zum Harninkontinenzschutz heraus, die genau zu Größe und Stärke der Inkontinenz passen. Bei nur leichter Inkontinenz probieren Sie es mit Slipeinlagen oder Einlagen. Bei stärkerer Blasenschwäche versuchen Sie es mit unserer Unterwäsche. Alle Always Discreet-Produkte funktionieren mit einer speziellen Technologie, die Flüssigkeiten in Sekunden aufnimmt und dafür sorgt, dass Ihre Lieben schön trocken bleiben und sich dabei wohlfühlen. Ein spezieller Kern neutralisiert Gerüche zuverlässig und trägt damit auch deutlich zu einem gesunden Selbstbewusstsein bei.

Der richtige Inkontinenzschutz hilft Ihren Lieben, ihre Selbstsicherheit nicht zu verlieren und aktiv zu bleiben. Sie brauchen sich keine Gedanken mehr um peinliche Blasenschwäche oder gar Uringeruch zu machen. Mit dem richtigen Schutz lassen sich viele Einschränkungen aus der Welt schaffen, die Inkontinenz gewöhnlich mit sich bringt. Und Ihre Lieben werden es Ihnen danken!

7. Lernen Sie Ihre Grenzen kennen.

Einen inkontinenten Menschen zu pflegen, kann sich bisweilen auch zu einer körperlichen Herausforderung entwickeln. Anheben, bewegen, umlagern. Aus dem Bett helfen, aufrecht hinstellen, hinsetzen. Vor allem bei starken Größenunterschieden können solche eigentlich alltäglichen Dinge manchmal zu einer Herausforderung werden. Nicht selten tragen auch Alter und Gebrechlichkeit dazu bei, dass sich Ihre Lieben nicht so leicht bewegen lassen. Sprechen Sie ruhig einmal mit einem Physiotherapeuten und lassen Sie sich erklären, wie man einen gebrechlichen Menschen am besten ohne Verletzungen bewegt.

8. Sichern Sie sich Unterstützung.

Die Leute, die sich um Andere kümmern, sind oft auch genau die Leute, um die sich niemand kümmert. Jemanden zu pflegen, kann ein recht hartes Brot sein, das einem plötzlich ohne jede Vorwarnung vorgesetzt wird. Insbesondere all die Kleinigkeiten, die Sie bei der Inkontinenzpflege zu beachten haben, können eine gewaltige Last darstellen. Vergessen Sie also nicht, sich entsprechende Unterstützung zu sichern. Eine Freundin oder Altersgenossin, mit der Sie sich über die Herausforderungen, aber auch über die guten Seiten einer solchen Erfahrung austauschen können, kann Ihnen den nötigen Auftrieb geben, neue Kraft und Zuversicht in Ihnen wecken.

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